Im Zivilverfahren die Gesamtkosten im Blick

Viele unserer Mandanten fragen uns, was denn so ein Verfahren kostet. Hierauf müssen wir immer Antworten: "Es kommt darauf an."

Bei den Gesamtkosten des Zivilverfahrens muss man zwischen den unterschiedlichen Verfahrensabschnitten unterscheiden. Grundsätzlich teilt sich das Zivilverfahren in ein vorgerichtliches und in ein gerichtliches Verfahren auf. Das gerichtliche Verfahren seinerseits ist wieder in bis zu drei Instanzen untergliedert. Zuletzt könnte dann noch der Weg zum Bundesverfassungsgericht und danach zum Europäischen Gerichtshof oder zum Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte beschritten werden.

In jedem der Verfahrensabschnitte fallen gesonderte Rechtsanwaltsgebühren an.

Sollen wir Sie beispielsweise im Rahmen eines Verkehrsunfalls vertreten, so fallen Gebühren für die Führung des Schriftverkehrs mit der gegnerischen Haftpflichtversicherung, mit behandelnden Ärzten und Krankenhäusern, Sachverständigen und der Polizei an.

Kann man sich mit der Gegenseite nicht einigen, so muss Klage erhoben werden.

Im Klageverfahren fallen dann Gerichts- und Rechtsanwaltskosten an.

Unter die Gerichtskosten werden alle Kosten, die bei Gericht entstehen zusammengefasst. Dies sind einerseits die eigentlichen Gerichtskosten, dass das Gericht überhaupt seine Arbeit aufnimmt und in der Sache verhandelt. Andererseits können noch Kosten für die Erstellung von Sachverständigengutachten und für die Einholung von Zeugenaussagen sowie weitere Kosten anfallen.

Werden die beiden Unfallbeteiligten jeweils durch einen Rechtsanwalt vertreten, so fallen auf dessen Seite ebenfalls Kosten an.

Dies alles nennt man die Gesamtkosten des Verfahrens.

Kommt das Gericht bei vorgenanntem Verkehrsunfall, dass einer der beiden Beteiligten in voller Höhe gewinnt oder verliert, so zahlt er entweder gar keine Kosten des Verfahrens oder aber alle. Sollte das Gericht zu dem Ergebnis kommen, dass beide nicht ganz korrekt gehandelt haben, so werden die Quoten entsprechend dem Obsiegen oder dem Unterliegen verteilt.

Gewinnt der Kläger seine Klage zu 75%, so trägt er 25% der Kosten.
Der der Beklagte zu 75% verliert, so muss er auch 75% der Gesamtkosten tragen.